Das Sperrgebiet: Fachberatungsstelle für Sexarbeiterinnen* in Hamburg

Das Rotlicht gehört zu St. Pauli und prägt das Gesicht des Viertels seit jeher. Doch bei all den bunten Lichtern, ist nicht nur Glitzer – und genau dort leistet die Fachberatungsstelle unverzichtbare soziale Arbeit. Gestartet vor über 50 Jahren als „Kaffeeklappe“im Stadtteil St. Pauli, sind sie für Sexarbeitende im Viertel als auch im gesamten Hamburger Stadtgebiet präsent. Auch im Stadtteil St. Georg unterstützen die Sozialarbeiterinnen die Frauen in der Sexarbeit. Alle Angebote stehen anonym, vertraulich, akzeptierend und kostenfrei zur Verfügung. Die Sozialarbeiterinnen unterstützen u. a. bei:

  • Fragen zum Beruf oder zum beruflichen Neustart
  • Behördenangelegenheiten
  • Dem Abbau von Schulden
  • Fragen der psychischen und physischen Gesundheit
Zwe Hände, überreicht werden ein Flyer des Sperrgebiet Hamburg und zwei Kondome
Urheber des Bildes: Sperrgebiet

Selbstverteidigungskurs für Sexarbeiterinnen 

Übergriffe und Gewalt sind eine ständige Bedrohung; insbesondere für weibliche Sexarbeiterinnen*, da hier Vorurteile, Gewaltbereitschaft, Sexismus und auch die intime Arbeitssituation zusammentreffen. In Kooperation mit einem Sportstudio aus Altona ist daher vom Sperrgebiet St. Pauli ein Selbstverteidigungskurs nach Wünschen und Erfahrungen der Sexarbeitenden entwickelt worden. Der erste Durchgang ist auf sehr positive Resonanz gestoßen, für eine Wiederholung fanden sich aber bisher nicht die finanziellen Mittel. Mit dem Honorar aus einer Kieztour im Rahmen eines Kiez-Tauchgangs wird jetzt eine Wiederholung des 3-stündigen Kurses möglich.

Ein Mensch steht an der Straße, umgehängt eine Messenger-Tasche, beschriftet mit "Diakonie Hamburg, Sperrgebiet"
Urheber des Bildes: Sperrgebiet

Warum mir diese Unterstützung am Herzen liegt

Sexarbeit ist ein fester Bestandteil von St. Pauli, doch wir dürfen die Augen vor den Schattenseiten und den täglichen Herausforderungen der Betroffenen nicht verschließen. Projekte wie das Sperrgebiet zeigen, wie wichtig solidarische, unbürokratische und akzeptierende Hilfe direkt vor Ort ist. Mit den Erlösen aus den Kieztouren möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass schützende Angebote wie der Selbstverteidigungskurs fortgeführt werden können.

Ein Wort zum „nordischen Modell“ (Sexkaufverbot)

Und erlaubt mir eine persönliche Anmerkung: Das immer wieder diskutierte „nordische Modell“ (Sexkaufverbot) würde – ähnlich wie im Lockdown zu Zeiten von Corona – die Sexarbeit in die Illegalität und Anonymität treiben und den Schutz für die Betroffenen noch weiter reduzieren. Die Fachberatungsstellen und Verbände warnen davor zurecht: Verbote oder Einschränkungen schaffen keinen Schutz, sondern drängen Menschen in die Unsichtbarkeit.

Mehr dazu in einer Stellungnahme des bufas e.V. (Bundesverband der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter) 

Menschen tragen rote Regenschirme, auf denen "Respect Sexword, Fight Stigma" steht
Urheber des Bildes: Sperrgebiet

Der „Kiez-Tauchgang“ – Kieztouren als Herzensangelegenheit

Der „Kiez-Tauchgang“ ist für mich eine Herzensangelegenheit: Ich führe Menschen über St. Pauli, um ihnen das bekannteste Stadtviertel Hamburgs ein wenig näher zu bringen, Tipps für 

das weitere Wochenende zu geben und vielleicht Gründe, den Kiez noch einmal zu besuchen. Mein Honorar spende ich zu 100 % an soziale Projekte wie die Fachberatungsstelle Prostitution. 

Wer Lust hat, St. Pauli auf authentische Weise kennenzulernen und dabei gleichzeitig Gutes zu tun, kann sich gerne für eine Kieztour bei mir melden.

Eine Übersicht über die bisherigen Spenden findet ihr unter: kiez-tauchgang.de/category/rettungsleine/

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